Stillen

Doris von Cosyfoxes



#stillenistliebe #stillenschafftnähe #stillenistschön So oder so ähnlich lauten momentan viele Hashtags auf Instagram zum Thema stillen. Keine Frage, stillen ist definitiv natürlich, womöglich tatsächlich das allerbeste für das Baby und in manchen Bereichen wirklich praktisch. Was aber nicht heißt, dass Nicht-stillen keine Liebe wäre, keine Nähe schaffen würde und nicht auch schön sein kann. Ich habe 2 Kids und es bei beiden unterschiedlich gehandhabt und kann guten Gewissens sagen, dass es beide male für mich genau so perfekt war, wie ich es gemacht habe. Meine Geschichte ist genau für mich richtig und heißt nicht, dass es für andere nicht anders richtig ist.

Bei meiner Tochte gab es für mich keine wirkliche Frage, ob stillen oder ob nicht. Ich hatte mir gesagt, wenn es klappt, dann klappt es und wenn nicht, dann nicht. Ich hatte Glück und es funktionierte von Anfang an relativ gut. Zur Hilfe benötigte ich Stillhütchen, diese störten mich aber ganz und gar nicht. Die Vorteile des Stillens lagen bei uns damals definitv nachts. In unserem Familienbett, das wir ein halbes Jahr lang pflegten, schlief meine Tochter an der Brust ein, so wie auch ich. Hörte ich sie aufwachen, legte ich sie auf die andere Seite, legte sie wieder an und wir beide schliefen ein. Somit hatte weder sie noch ich wirkliche Wachphasen und es fühlte sich sehr schnell wie durchschlafen an. Obwohl ich voll stillen konnte, fing ich nach etwa 4  Wochen an, ihr einmal am Tag eine Flasche mit Milchpulver zu geben, um mir ein klein wenig Freiheit und Flexibilität zu gönnen. Ich war und bin sehr gerne Mutter, aber genauso mochte ich es schnell wieder ein wenig ich selbst zu sein. Mit nicht ganz 6 Monaten stillte ich ab, in dem ich nach und nach einzelne, noch vorhande, Milch-Mahlzeiten durch die Flasche zu ersetzen und es klappte problemlos. Also war ich mehr oder minder der offiziellen Empfehlung gefolgt, ein 6 Monate zu stillen.

 

Als unser Sohn sich knapp 2 Jahre später auf den Weg machte, wusste ich erst nicht so recht, ob ich überhaupt stillen wollte. Mein Mann überließ mir die Entscheidung und meinte, ich müsse mich wohl fühlen. Was mich eher abhielt, war die Tatsache, dass meine Tochte lange alle 2 Stunden etwas zu trinken wollte und ich doch sehr eingeschränkt war und viel zuhause war. Und nachdem ich nicht so gerne in der Öffentlichkeit stillte, war mein Aktionsradius sehr gering. Was mich dann letztendlich überzeugte, waren einfach die super Nächte, die wir von Anfang an bei meiner Tochter hatten. Gesagt, getan, ich stillte wieder, wie ca. 3 Jahre zuvor mit Stillhütchen. Allerdings fing es nachts schnell an umständlich zu werden. Um meinen Sohn anzulegen, verging manchmal etwas Zeit, da er nicht richtig andocken wollte und wenn es dann klappte, rutschte er schnell wieder ab. Somit wurde er ungeduldig und fing an zu weinen. Ich selbst merkte, wie ich von mal zu mal nervöser wurde und somit klappte es teilweise gar nicht mehr richtig. Obwohl unsere Nächte nie wirklich schlecht waren, kam immer öfter der Gedanke in mir hoch, doch abzustillen. Tagsüber wollte er meist nur an einer Seite trinken, war dann unzufrieden, wollte aber die zweite Seite gar nicht probieren. Ab einem ähnlichen Alter, wie bei meiner Tochter, fing ich auch wieder an die Flasche zu geben und mehr und mehr merkte ich, dass es allgemein für unser Familienleben einfacher so war. Es machten gemeinsame Familienausflüge am Wochenende oder Spieldates für mich leichter. Ich musste nicht jedes Mal meine Stillhütchen auspacken und versuchen ihn anzulegen. Als ich noch stillte, versuchte ich es Nachts mit der Flasche, um zu sehen, ob es diese schwieriger oder vielleicht sogar einfacher machen würde. Ich merkte, dass zweiteres der Fall war, ich konnte ihn in seinem Beistellbett liegen lassen, er war zufrieden und ich ausgeglichen. Somit fiel bei mir nach ca. 2,5 Monaten die Entscheidung abzustillen und tat es dann auch. Innerhalb weniger Tage kam keine Milch mehr und es fühlt sich noch immer gut so an. Obwohl ich gestehen muss, dass ein klein wenig Melancholie mitschwelgte, als ich die Stilloberteile, BHs, Handpumpe und Einlagen wegpackte. Irgendwie wurde mir doch bewusst, dass das alles nun ein letztes mal passierte. Unsere Familienplanung ist nämlich abgeschlossen und daher war es ein komisches Gefühl, das alles ein letztes mal gemacht zu haben.

 

Bereue ich es, so früh abgestillt zu haben? Nein, definitv nicht. Bereue ich es, wie es bei meiner Tochter gemacht habe? Nein, definitiv auch nicht. Ich behaupt auch, ich liebe beide meine Kinder gleich, habe zu beiden ein gutes Band und auch das Fläschchen geben ist schön. Meine Geschichte habe ich niedergeschrieben um weder zu polarisieren, noch irgendjemandem aufzeigen zu wollen, was der richtige Weg ist. Mehr soll es zeigen, dass alles der richtige Weg sein kann. Stillst du gar nicht oder 3 Jahre - es ist völlig egal, du und dein Kind müssen sich wohl fühlen und es muss sich vor allem richtig anfühlen.


Wer ist der Mensch hinter der Geschichte?

Wie kam die Idee für deinen Blog?

Ich hatte schon lange mit Pauline darüber gesprochen, etwas wie einen Blog zu starten, aber über was genau, waren wir lange unsicher. Als ich dann meine Tochter bekam und sie schwanger wurde, war die Idee geboren und wir fingen an zu bloggen. 

Wie fühlst du dich, wenn dein Beitrag fertig ist und du auf veröffentlichen klickst?

Mit dem Veröffentlichen eines Blogbeitrages schwingen Stolz, Vorfreude und auch manchmal Unsicherheit mit, wie die Leser wohl zu bestimmten Themen stehen.


Liebe Doris, vielen Dank für deine Geschichte.

 

Hier geht es zum Instagram Account von Doris und Ihrem Blog cosyfoxes.com

 

Mamablog aus München